Hauptmann Alexander Schäbler informierte an der WKS über die Sicherheitspolitik Deutschlands und Aufgaben der Bundeswehr

Hauptmann Alexander Schäbler

Abiturienten der Jahrgangsstufe 13 diskutierten mit dem Jugendoffizier

Im Rahmen des Politik- und Wirtschaftskundeunterrichts am beruflichen Gymnasium (BG) der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg informierte Hauptmann Alexander Schäbler, der als Jugendoffizier am Standort Gießen eingesetzt ist, die Schülerinnen und Schüler der Politik- und Wirtschaftskundekurse der Jahrgangsstufe 13 über die Sicherheitspolitik Deutschlands sowie die Aufgaben der Bundeswehr.

Organisatorinnen des Projektes, das dem Unterrichtskanon im Bereich der Themenschwerpunkte „Internationale Beziehungen im Zeitalter der Globalisierung“ sowie „Internationale Konflikte und Konfliktbearbeitung in einer differenzierten Staatenwelt“ der Qualifizierungsphase (Q 3) des Gymnasiums zuzuordnen ist, waren die beiden Politiklehrerinnen Doreen Große-Riedel und Regina Hölzgen, die zu Beginn der Veranstaltung den hohen Stellenwert der Sicherheits- und Außenpolitik für die Bundesrepublik Deutschland unterstrichen. Im Umfeld des aktuellen Konflikts in Osteuropa verfolgte der Besuch das Ziel, behandelte Unterrichtsinhalte zu festigen und zugleich neue Perspektiven und Informationen über die Bundeswehr und ihre Arbeit zu präsentieren.

Hauptmann Alexander Schäbler, der als Referent für Sicherheitspolitik sowie Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundeswehr tätig ist, berichtete zunächst über seinen persönlichen Werdegang. Vor seiner Aktivität als Soldat arbeitete er als ziviler Krankenpfleger. Um sich einer neuen, größeren Herausforderung zu stellen, entschied er sich dann für eine Laufbahn bei der Bundeswehr und hat es inzwischen zum Hauptmann gebracht. Alexander Schäbler sammelte im Lauf seiner Bundeswehrzeit zahlreiche Erfahrungen als aktiver Soldat und wurde 2013 in Mali, 2018 in Afghanistan und ab 2021 multinational eingesetzt.

Ziel der Bundeswehr sei es, Waffeneinsatz und Zerstörung zu vermeiden und so den Frieden zu wahren, berichtete der Offizier. Damit steht sie im staatlichen Dienst und verfolgt gesetzlich den Auftrag, die Bundesrepublik Deutschland nach außen hin strategisch zu verteidigen. Der Hauptmann erläuterte in seinem Vortrag die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Funktion und militärische Ausrichtung der Bundeswehr. Nachdem in den vergangenen Jahren eher Hilfsmissionen im Ausland im Blickpunkt gestanden hätten, richte sich seit Beginn des Ukraine Krieges der Blick jetzt wieder mehr nach innen auf die Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland bei einem Angriff. In diesem Zusammenhang ging der Soldat auch auf das Für und Wider einer starken und schlagkräftigen Armee ein: Einerseits könne diese zur Abschreckung und damit als Schutz vor äußeren Bedrohungen dienen, andererseits könne sie jedoch durch andere Staaten auch als Bedrohung empfunden werden.

Anschaulich demonstrierte Alexander Schäbler das Zusammenwirken verschiedener politischer Kräfte und die Auswirkung politischer Entscheidungen. Verglichen mit der Ausstattung eines Werkzeugkastens, sei die Bundeswehr der Hammer, der als grobes, aber schlagkräftiges Werkzeug diene. Bevor dieser jedoch zum Einsatz komme, gelte es andere, „feinere Werkzeuge“, wie politische und diplomatische Vorgehensweisen zu bevorzugen, um militärische Auseinandersetzungen zu vermeiden und Ziele friedlich zu erreichen.

Auch auf Risiken und Schwachpunkte der Bundeswehr machte der Offizier aufmerksam. Kritisch merkte er an, dass die Ausstattung der Bundeswehr den aktuellen Erfordernissen weit hinterherhinke. Seit den 70er Jahren seien die Militärausgaben rückläufig gewesen und die Politik hätte in diesem Bereich Einsparungen vorgenommen. Nicht nur deswegen sei man auf die Unterstützung und Hilfe der zahlreichen Bündnispartner in der NATO angewiesen. Jetzt habe ein politisches Umdenken stattgefunden und Investitionen in die nationale Sicherheit nehmen wieder zu, so dass sich im Ausstattungsbereich zwar Besserungen andeuten, aber diese schreiten derzeit nur langsam voran.

Um die unterschiedlichen Bereiche, aber auch deren Aufgabengebiete, deutlicher vermitteln zu können, stellte der Jugendoffizier die zahlreichen Teilgebiete vor, in die sich die Bundeswehr gliedert. So gehören Cybersecurity, zentraler Sanitätsdienst, Heer, Marine, Luftwaffe, Streitkräftebasis und weitere Bereiche der Bundeswehr an. Greifbar wurde den Schülerinnen und Schülern diese Größe erst, als sie erfuhren, dass die Bundeswehr mit derzeit rund 183.000 Soldaten im Dienst, wobei der Frauenanteil bisher lediglich 13 Prozent beträgt, und insgesamt mehr als 250.000 Mitarbeitern zu den größten deutschen Arbeitgebern gehört.

Abschließend stellte sich der Hauptmann den Schülerinnen und Schülern für kritische Fragen zur Verfügung, die er ausführlich beantwortete. Die Abiturientinnen und Abiturienten, deren Tutoren Andreas Bader und Christian Winch ebenfalls an dem Vortrag teilnahmen, bewerteten die Veranstaltung als äußerst informativ, aktuell, lebhaft, interessant und lebensnah. Hauptmann Alexander Schäbler habe die Problematik anschaulich nähergebracht, lautete ihr Fazit.

 

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